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    Gewebsentnahmen/Stanzbiopsien

    Tastuntersuchung und bildgebende Methoden reichen als Beweis für einen Brustkrebs nicht aus. Dies ist erst durch eine Gewebsentnahme und anschließende histologische (feingewebliche) Untersuchung durch den Pathologen möglich. Der Pathologe misst darüber hinaus zahlreiche biologische Eigenschaften eines Tumors. Diese Informationen sind von prognostischer Bedeutung für die Zukunft der Patientin und darüber hinaus in der modernen Tumortherapie für die Planung einer individuellen und maximal wirkungsvollen Therapie unverzichtbar. Aus diesem Grund führen wir bei der Feststellung eines Brustkrebses bzw. suspekten Befundes eine kleine Gewebsentnahme direkt aus dem Herd durch. Zu den Vorteilen dieses schonenden und nicht schmerzhaften Verfahrens gehört, dass die Patientin mit einer sicheren Diagnose zur weiteren Behandlung in das Brustzentrum gehen kann.

    Hochgeschwindigkeitsstanzbiopsie

    Die Hochgeschwindigkeitsstanzbiopsie ist ein minimal-invasives Verfahren zur feingeweblichen Sicherung von Brusttumoren. Sie ersetzt zumeist die früher notwendige offene Biopsie durch den Operateur im Krankenhaus. Die Stanzbiopsie erfolgt unter Ultraschallsicht. Dabei wird die Punktionsnadel des Hochgeschwindigkeitsstanzgerätes so platziert, dass sie mit hoher Geschwindigkeit den Tumor bzw. Herd durchsticht und dabei 3-5 kleinste Gewebsproben erbringt. Das klingt vielleicht beängstigend, ist aber so harmlos und schmerzlos wie eine Blutentnahme aus der Armvene. Das histologische Ergebnis liegt innerhalb von 24 Stunden vor.


    Stanzbiopsie unter sonographischer Sicht. Man erkennt die Nadel als weißen Streifen kurz vor dem Tumor.

    Röntgen- oder MRT-gesteuerte Vakuumbiopsie

    Die aufwändigere Vakuumbiopsie, die mammographisch oder mittels MRT gesteuert vorgenommen wird, dient der gezielten Entnahme größere Probenmengen, die z.B. bei der Abklärung von suspekten oder malignen Mikrokalkbezirken erforderlich sind. Eine solche Untersuchung erfolgt in spezialisierten radiologischen Praxen oder Kliniken, mit denen wir in enger Kooperation zusammenarbeiten.

    Organisation der Mammadiagnostik in Deutschland

    Die Mammadiagnostik teilt sich entsprechend dem individuellen Risiko der Patientinnen in drei Bereiche:

    Die Screening-Mammographie ist die Reihenuntersuchung aller beschwerdefreien Frauen. Sie dient der Früherkennung. Jede Frau zwischen 50 und 69 Jahren wird hierzu alle 2 Jahre in ein Screening Zentrum eingeladen. Dort erfolgt allein die Mammographie. Ein ärztliches Gespräch, eine körperliche Untersuchung und eine Ultraschalluntersuchung der Brust sind dabei nicht vorgesehen. Anschließend beurteilen zwei Ärzte unabhängig voneinander die Mammographie-Aufnahmen. Kommen sie nicht zum selben Ergebnis oder liegen Hinweise für einen Tumor vor, wird die Patientin erneut zu weiterführender Diagnostik eingeladen.

    Die kurative Mammadiagnostik wird von den niedergelassenen Radiologen und Gynäkologen mit Teilradiologie-Zulassung für Mammographie durchgeführt. Hierbei handelt es sich um eine individuelle Untersuchung. Dazu gehören ärztliches Gespräch und die Tastuntersuchung der Brust, durchgeführt. Neben der Mammographie wird ggfs. eine zusätzliche Mammasonographie und, wenn notwendig, auch eine Biopsie durchgeführt. Die kurative Mammographie ist indiziert bei Beschwerden (Schmerzen in der Brust, Abklärung eines Knotens, oder im Rahmen der Tumornachsorge nach Brustkrebs). Frau Dr. Mechthild Schulze-Hagen ist in beiden Bereichen, der kurativen wie der Screening-Mammographie, tätig.

    Die intensivierte Brustkrebs-Früherkennung erfolgt ausschließlich in den Zentren für Familiären Brust- und Eierstockskrebs. Dies sind in Deutschland 12 universitäre Zentren für familiäre Brust- und Eierstockskrebs Erkrankungen (s. die Liste der Zentren des Deutschen Konsortiums Familiärer Brust- und Eierstockskrebs). Im Rahmen der intensivierten Brustkrebs Früherkennung erfolgt zwischen dem 25. und 50. Lebensjahr jährlich eine Mammographie, gefolgt von einer Mammasonographie und einem MRT der Brust. In dieses Früherkennungsprogramm können laut Regelwerk nur Patientinnen mit einem individuellen Brustkrebsrisiko von über 20% aufgenommen werden.